„Habt Mut, segelt zum anderen Ufer“ (Lukas 8:22)
Unter diesem Leitgedanken fand unser 21igstes Generalkapitel vom 28. April bis 14. Mai 2026 in Hartebeesport (Süd Afrika) statt.
Aus 3 Kontinenten, Süd Amerika (Ecuador), Deutschland, und Süd Afrika sind wir angereist.
Es war ein lebendiges Treffen, voll Freude über das Wiedersehn und Zusammensein als internationale Kongregation.
Wichtige Themen waren unter anderem der Austausch über unsere Realität, eine Bestandsaufnahme über unser Leben in den letzten 4 Jahren in den einzelnen Regionen in denen wir leben und die Wahl eines neuen Leitungsteams.
Im Rückblick auf unsere Sendung können wir sagen, dass wir als Kongregation in der Tiefe berührt wurden durch Veränderungen, wie unsere Verletzlichkeit durch das Älter werden. Das heißt, Sendung hat sich verändert, weg vom aktiven TUN hin zum SEIN.
Südafrika, das Land, in dem die meisten Schwestern von uns leben ist ein Land voller Veränderungen und Extremen. Als Gemeinschaft in diesem Land werden wir kleiner, die meisten Schwestern leben in den 2 Altenheimen. Das stellt uns vor die Aufgabe, nach geeigneten Möglichkeiten der Betreuung und Begleitung.
In Südamerika leben derzeit 6 Schwestern, von denen zwei aus Altersgründen nach Süd Afrika umziehen werden, nach langen Jahren des Lebens mit den Menschen in Bolivien (Santa Cruz). Für unsere zwei Schwestern in Ecuador heißt das, nach Wegen zu schauen, Unterstützung zu bekommen durch engagierte Frauen, die unsere dominikanische Lebensweise mittragen. Eine große Hilfe ist da auch das Internet. Durch Treffen per Zoom kann Kontakt mit der Kongregation aufrechterhalten werden.
Schauen wir auf unsere Realität in Deutschland, so leben wir in einer großen Gemeinschaft in Schlehdorf und zwei kleinen Gruppen in München. Unser Leitgedanke lautet: „Wir ermutigen einander und sind füreinander verantwortlich, während wir zur Fülle des Lebens unterwegs sind.“ Vernetzungen mit anderen deutschsprachigen Gemeinschaften sind für uns wichtig. Bei der Frage, wie wir die Zukunft gestalten, sind wir aufgerufen, mutig und kreativ in die Zukunft zu schauen.
Aus all den Berichten wurden Leitsätze für die kommenden Jahre erarbeitet. Hier ein Auszug daraus.
Vom Heiligen Geist geleitet halten wir an unserem dominikanischen Auftrag und unseren Werten fest, die uns durch ungewisse Gewässer führen.
- Wir verpflichten uns, unser dominikanisches Charisma und unsere Spiritualität mit anderen zu teilen und weiterzugeben, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet.
- Da wir uns der Verletzlichkeit unserer Realität bewusst sind, rufen wir uns dazu auf, den Reichtum unserer Spiritualität zu pflegen, während wir unsere Sendung in den verschiedenen Lebensphasen leben.
- Wir engagieren uns, in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, eine prophetische Stimme für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung innerhalb der Kongregation, der Kirche und der Welt zu sein.
- Wir verpflichten uns, uns mit anderen Gruppen zusammenzuschließen, um uns für die Rechte der Frauen in Kirche und Gesellschaft einzusetzen.
Bei unserer Reise geht es nicht nur darum, den Sturm zu überstehen, sondern erneuert anzukommen, bereit für Gemeinschaft und Sendung.
Wir treiben nicht dahin – wir sind auf Pilgerreise.
Wir sind nicht verloren – wir sind getragen.
Wir sind nicht allein – wir werden geführt.
Habt Mut. Segelt weiter. Am anderen Ufer erwartet euch die Hoffnung!
Mit diesem Mut und in der Hoffnung, geführt zu werden, gehen wir vertrauensvoll in die kommenden Jahre.
28.05.2026 Sr. Margit Bauschke OP